C wie...

Camouflaging


Camouflaging (engl. für „Tarnen“ oder „Maskieren“) beschreibt bewusste oder unbewusste Strategien, mit denen neurodiverse Menschen – besonders Autist*innen – ihre eigenen Bedürfnisse, Verhaltensweisen oder Schwierigkeiten im sozialen Miteinander verstecken, um als „neurotypisch“ wahrgenommen zu werden. Dazu gehören etwa das Nachahmen sozialer Gesten, das Unterdrücken von Stimming-Verhalten oder das Verstellen der eigenen Mimik.

 

Camouflaging kann kurzfristig zur sozialen Anpassung beitragen, ist aber langfristig oft sehr belastend und mit einem erhöhten Risiko für Erschöpfung, Depression oder Identitätsverlust verbunden.

 

Quellen:

Hull, L. et al. (2017): "Putting on My Best Normal": Social Camouflaging in Adults with Autism Spectrum Conditions. Journal of Autism and Developmental Disorders.

 

Bargiela, S. et al. (2016): The Experiences of Late-diagnosed Women with Autism Spectrum Conditions: An Investigation of the Female Autism Phenotype. Journal of Autism and Developmental Disorders.

 

Deutsche Gesellschaft für Autismus-Spektrum-Störungen (2022): www.dg-aus.org

Co-Regulation


Co-Regulation beschreibt den Prozess, bei dem eine Bezugsperson (z. B. Eltern, Pädagoginnen oder Therapeutinnen) einem Kind oder einer anderen Person hilft, emotionale Zustände zu regulieren. Besonders bei Kindern, die noch nicht in der Lage sind, ihre Gefühle selbstständig zu steuern, ist Co-Regulation entscheidend. 

 

Sie erfolgt über einfühlsame Reaktionen, beruhigende Sprache, körperliche Nähe oder strukturgebende Hilfestellung – und bildet die Grundlage für die spätere Selbstregulation.

 

Quelle:

Siegel, D.J. & Bryson, T.P. (2012): „The Whole-Brain Child“

„Co-regulation provides the scaffolding for the child’s developing ability to manage big feelings on their own.“

 

Gross, J.J. (2015): Emotion Regulation: Current Status and Future Prospects. Psychological Inquiry, 26(1), 1–26.

 

Schäfer, M. (2021): Selbstregulation und Co-Regulation in der frühen Kindheit. In: Frühe Bildung, 10(2), S. 78–84.

Comorbide Störungen


Komorbide Störungen (auch: Komorbiditäten) bezeichnen das gleichzeitige Auftreten von zwei oder mehr psychischen oder körperlichen Erkrankungen bei einer Person. Im Kontext von Neurodiversität – etwa bei Autismus oder ADHS – treten häufig zusätzliche Störungen wie Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen oder Schlafprobleme auf. Diese können die Diagnose, Behandlung und das tägliche Leben stark beeinflussen.

 

Quelle:

Remschmidt, H. & Kamp-Becker, I. (2012): Autismus-Spektrum-Störungen. Springer Verlag.

„Komorbide Störungen sind bei Personen mit Autismus nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.“

 

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN): Diagnostik und Therapie von Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen (AWMF-Leitlinie, 2016).

„Komorbiditäten wie Depressionen, ADHS oder Angststörungen müssen differenzialdiagnostisch beachtet werden.“

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.