F wie...
Funktionale Kommunikation
Funktionale Kommunikation bezeichnet die Fähigkeit, Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche oder Informationen so mitzuteilen, dass sie von anderen verstanden und beantwortet werden können.
Dabei geht es nicht um „schönes“ oder grammatikalisch korrektes Sprechen, sondern um Verständlichkeit und Wirksamkeit – auch über unterstützte Kommunikationsformen wie Gesten, Bildkarten oder Talker. Besonders bei Autismus oder Sprachentwicklungsstörungen steht oft die Förderung funktionaler Kommunikation im Vordergrund.
Quelle:
Bondy, A. & Frost, L. (2001): The Picture Exchange Communication System (PECS).
„Functional communication should be prioritized over structural language instruction, especially for individuals with limited verbal skills.“
Fröhlich, A. (2013): Unterstützte Kommunikation in Theorie und Praxis. Kohlhammer Verlag.
Bundesvereinigung Lebenshilfe (2022): Kommunikation ist mehr als Sprechen. www.lebenshilfe.de

Filterschwäche (sensorisch)
Eine sensorische Filterschwäche beschreibt die verminderte Fähigkeit des Gehirns, unwichtige Reize aus der Umwelt auszublenden. Betroffene nehmen Geräusche, Licht, Gerüche oder Berührungen gleichzeitig und ungefiltert wahr – oft als überwältigend oder schmerzhaft. Diese Reizüberflutung kann zu Stress, Rückzug oder Überforderung führen. Besonders bei Autismus, ADHS und sensorischer Verarbeitungsstörung ist dieses Phänomen häufig.
Quelle:
Dunn, W. (1997): The impact of sensory processing abilities on the daily lives of young children and their families. Infants & Young Children, 9(4), 23–35.
„Children with sensory processing difficulties may respond intensely to environmental input due to an ineffective sensory filtering mechanism.“
Kranowitz, C.S. (2005): The Out-of-Sync Child. Perigee Books.

Fremd- vs. Selbstwahrnehmung
Fremdwahrnehmung beschreibt, wie andere Menschen das Verhalten, Auftreten oder die Wirkung einer Person wahrnehmen. Selbstwahrnehmung hingegen meint die eigene Sicht auf sich selbst – z. B. Gedanken, Gefühle, Stärken oder Schwächen. Beide Wahrnehmungen können stark voneinander abweichen, was zu Missverständnissen, Konflikten oder Unsicherheiten führen kann. Besonders bei neurodiversen Menschen kann es sein, dass das äußere Verhalten (z. B. ruhiges Auftreten) nicht mit dem inneren Erleben (z. B. Überforderung) übereinstimmt.
Quelle:
Rochat, P. (2003): Five levels of self-awareness as they unfold early in life. Consciousness and Cognition, 12(4), 717–731.
Stangl, W. (2023): Stangl.eu – Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung.
„Selbst- und Fremdwahrnehmung stimmen selten vollständig überein – blinde Flecken oder Fehleinschätzungen sind normal, können aber gezielt reflektiert werden.“
www.stangl.eu

