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Impulskontrolle
Impulskontrolle ist die Fähigkeit, spontane Reaktionen, Handlungen oder emotionale Ausbrüche bewusst zu steuern oder zu unterdrücken.
Sie gehört zu den exekutiven Funktionen und ist wichtig, um im Alltag angemessen, vorausschauend und sozial verträglich zu handeln.
Eine beeinträchtigte Impulskontrolle zeigt sich u. a. durch unüberlegtes Handeln, Wutanfälle oder Schwierigkeiten beim Abwarten – häufig bei ADHS, Autismus oder Traumafolgestörungen.
Quelle:
Barkley, R.A. (2015): Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: A Handbook for Diagnosis and Treatment. Guilford Press.
„Impulsivity reflects a failure in behavioral inhibition, a core deficit in individuals with ADHD that impairs social and academic functioning.“
Diamond, A. (2013): Executive Functions. Annual Review of Psychology, 64, 135–168.

Inklusionspädagogik
Inklusionspädagogik ist ein pädagogisches Konzept, das darauf abzielt, allen Kindern – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen, Beeinträchtigungen oder Lebenslagen – eine gleichberechtigte Teilhabe am Bildungssystem zu ermöglichen.
Sie basiert auf dem Menschenrecht auf Bildung und setzt auf Vielfalt, gemeinsame Beschulung sowie auf die Anpassung von Lernumgebungen statt auf Anpassung der Kinder. Ziel ist es, Barrieren im Schulalltag abzubauen und eine Lernkultur zu fördern, die Unterschiede als Bereicherung versteht.
Quelle:
UNESCO (2009): Leitlinien für die Inklusive Bildung
„Inklusive Bildung bedeutet, alle Kinder und Jugendlichen in das allgemeine Bildungssystem einzubeziehen, unabhängig von Behinderungen, Herkunft oder sozialem Status.“
Booth, T. & Ainscow, M. (2017): Index für Inklusion – Lernen und Teilhabe in der Schule der Vielfalt entwickeln.
KMK (2011): Pädagogische und rechtliche Grundlagen der inklusiven Bildung in der Schule.

Informationsverarbeitung
Informationsverarbeitung beschreibt die Art und Weise, wie das Gehirn Reize aus der Umwelt aufnimmt, sortiert, bewertet, speichert und darauf reagiert. Sie umfasst Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und Reaktionen.
Bei neurodiversen Menschen – etwa mit Autismus oder ADHS – kann dieser Prozess schneller, langsamer oder anders verlaufen, was sich auf Lernverhalten, Kommunikation und Alltag auswirkt. Unterschiede in der Informationsverarbeitung erklären häufig Missverständnisse oder Überforderungen.
Quelle:
Zimbardo, P.G., & Gerrig, R.J. (2008): Psychologie. Pearson Studium.
„Informationsverarbeitung ist ein zentraler Begriff für die Gesamtheit der Prozesse, durch die sensorische Daten in Erfahrungen, Gedanken und Handlungen überführt werden.“
Frith, U. (2003): Autism: Explaining the Enigma. Blackwell Publishing.
„Die kognitive Informationsverarbeitung bei Autismus folgt oft ungewöhnlichen Mustern – etwa durch Detailfokussierung oder verlangsamte Integration.“

