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Querdenken

 

Querdenken bezeichnet die Fähigkeit, ungewöhnliche, kreative oder alternative Denkwege zu nutzen – also nicht linear, sondern vernetzt und intuitiv zu denken. Viele neurodivergente Menschen (z. B. mit Autismus oder ADHS) zeigen ein hohes Maß an origineller Problemlösung, innovativen Ideen und einem Denken „außerhalb des Gewohnten“.

 

Im positiven Sinn steht Querdenken für:

 

kreative Lösungsansätze,

neue Sichtweisen auf komplexe Themen,

und die Fähigkeit, Muster zu erkennen, wo andere keine sehen.

 

Gerade in einer Welt voller Standards sind solche Denkweisen ein wertvoller Beitrag.

 

Quelle:

Silberman, S. (2015): NeuroTribes: The Legacy of Autism and the Future of Neurodiversity

 

Grandin, T. (2022): Visual Thinking – The Hidden Gifts of People Who Think in Pictures

 

Singer, J. (1998): Neurodiversity – The Birth of an Idea

Questionnaire (Fragebogenverfahren)

 

Ein Questionnaire ist ein standardisierter Fragebogen, der in der Diagnostik und Begleitung neurodivergenter Kinder und Jugendlicher eingesetzt wird – z. B. bei Autismus oder ADHS.

Er dient dazu, Verhaltensweisen, Stärken und Herausforderungen systematisch zu erfassen, meist durch die Einschätzung von Eltern, Fachkräften oder den Betroffenen selbst.

 

Bekannte Beispiele sind:

 

ADOS-2 (Autism Diagnostic Observation Schedule): Beobachtungsverfahren mit strukturierten Aufgaben zur Autismus-Diagnostik.

 

CBCL (Child Behavior Checklist): Erfasst emotionale und soziale Auffälligkeiten, z. B. bei ADHS oder Angststörungen.

Solche Verfahren helfen, objektive Grundlagen für Diagnosen und Fördermaßnahmen zu schaffen – sind aber immer nur ein Teil eines umfassenden Gesamteindrucks.

 

Quelle:

Lord, C. et al. (2012): ADOS-2 Manual

 

Achenbach, T.M. (2001): CBCL/6–18 Manual

 

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP): Leitlinien zur Diagnostik bei ASS und ADHS

Quiet Borderline

 

Quiet Borderline beschreibt eine weniger sichtbare Ausprägung der Borderline-Persönlichkeitsstruktur.


Im Gegensatz zum klassischen Bild richtet sich die emotionale Instabilität nicht nach außen, sondern nach innen: Gefühle wie Wut, Angst oder Scham werden unterdrückt – oft bis zur Selbstschädigung, Erschöpfung oder innerem Rückzug.

 

Menschen mit „Quiet BPD“ wirken nach außen oft ruhig, angepasst, leistungsfähig – während sie innerlich stark kämpfen. Diese Form bleibt häufig lange unerkannt, gerade bei Frauen oder neurodivergenten Personen.

 

Wichtig: Auch stille Symptome sind real. Anerkennung und passende Unterstützung können Leben verändern.

 

Quelle:

Debbie Corso (2021): “Quiet BPD – A Survivor’s Guide”

DSM-5 (APA, 2013): Borderline Personality Disorder – diagnostische Kriterien

 

Dr. Ramani Durvasula: Fachvideos & Veröffentlichungen zu stillen BPD-Mustern

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