R wie...

Reizoffenheit

 

Reizoffenheit beschreibt die verstärkte oder feinere Wahrnehmung von Sinneseindrücken, wie Geräuschen, Licht, Gerüchen, Berührungen oder inneren Körperreizen. Sie ist häufig bei Menschen im Autismus-Spektrum, mit ADHS oder Hochsensibilität zu beobachten.

 

Anders als bei einer Reizverarbeitung „mit Filter“ werden Reize weniger gefiltert oder abgeschwächt – sie treffen ungefiltert ein, können überwältigen oder zu Überforderung führen. Das ist keine Überempfindlichkeit, sondern eine neurobiologische Besonderheit.

 

Wichtig: Reizoffenheit ist keine Schwäche, sondern Teil einer anderen Art der Wahrnehmung – und braucht passende Umgebungen, Pausen und Verständnis.

 

Quelle:

Bogdashina, O. (2010): "Sensory Perceptual Issues in Autism and Asperger Syndrome"

 

Prof. Dr. Peter Vermeulen: „Autism as Context Blindness“ (2012)

Aron, E. N. (1996): The Highly Sensitive Person

 

WHO ICD-11 (2022): Reizverarbeitungsprobleme als Begleitmerkmal bei Autismus-Spektrum-Störung

Repetitive Verhaltensmuster 

 

Repetitive Verhaltensmuster sind wiederholende Handlungen, Bewegungen oder Rituale, die oft bei Menschen im Autismus-Spektrum, mit ADHS oder anderen neurodiversen Profilen auftreten. Dazu zählen z. B. das Drehen von Gegenständen, bestimmte Bewegungen (Stimming), das Wiederholen von Wörtern oder festgelegte Abläufe im Alltag.

 

Diese Muster erfüllen häufig eine wichtige Funktion:


🌀 Selbstregulation,
🧭 Struktur geben,
🛡️ Stress abbauen,

🧠 oder Interesse vertiefen

 

Wichtig: Sie sind nicht automatisch problematisch – sondern oft Ausdruck von innerer Ordnung, Sicherheit oder Freude. Erst wenn sie Leidensdruck verursachen oder Alltag stark einschränken, kann gezielte Unterstützung hilfreich sein.

 

Quelle:

DSM-5 (APA, 2013): Diagnosekriterium B – repetitive, stereotype Verhaltensweisen bei ASS

 

ICD-11 (WHO, 2022): Kategorie 6A02.0 – Autismus-Spektrum-Störung ohne intellektuelle Beeinträchtigung

 

Vermeulen, P. (2012): „Autism as Context Blindness“

 

Kapp, S. K. (2019): „Autistic community and the neurodiversity movement“

 

Bogdashina, O. (2010): „Sensory Perceptual Issues in Autism and Asperger Syndrome“

Ressourcenorientierung

 

Ressourcenorientierung bedeutet, den Blick gezielt auf das zu richten, was ein Mensch kann, weiß, fühlt oder braucht, anstatt nur auf Defizite oder Probleme zu schauen.

 

Gerade in der Arbeit mit neurodiversen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist dieser Ansatz zentral:


🧩 Er erkennt individuelle Fähigkeiten an,
🌱 fördert Selbstwirksamkeit,
💬 und schafft Vertrauen in Entwicklung – im eigenen Tempo und Stil.

 

Ressourcenorientiertes Arbeiten heißt: Potenziale sehen, statt zu pathologisieren – und Lösungen gemeinsam gestalten.

 

Quellen:

Huppertz, N. (2021): „Stärken stärken – Ein ressourcenorientierter Blick in der Kinder- und Jugendhilfe“

 

Jesper Juul (2005): „Dein kompetentes Kind“

 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Ressourcenorientierte Förderung in Schule und Sozialarbeit“

 

DGSF (2020): Empfehlungen zur systemischen, ressourcenorientierten Arbeit mit Familien

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.