Y wie...

Young Carer

 

Young Carer sind Kinder und Jugendliche, die sich regelmäßig um ein Familienmitglied kümmern, das z. B. krank, psychisch belastet oder neurodivergent ist. Oft sind es Geschwisterkinder, die still mittragen, was im Alltag notwendig ist – ohne dass ihre Rolle gesehen wird.

 

Wenn ein Geschwisterkind z. B. Autismus, ADHS oder eine komplexe Wahrnehmungsverarbeitung hat, übernehmen Young Carer häufig:


🧠 emotionale Vermittlung,
👂 Rücksichtnahme im Alltag,
🛡️ Schutzfunktion in belastenden Situationen,
🧹 organisatorische Aufgaben – oder verzichten auf eigene Bedürfnisse.

 

Diese Kinder reagieren früh auf Spannungen, stellen sich zurück und wirken oft „unauffällig“. Doch das bedeutet nicht, dass sie keine Unterstützung brauchen – im Gegenteil.

Young Carer in neurodiversen Familien tragen oft mit – unsichtbar, leise, stark. Sie brauchen Raum, Anerkennung und Entlastung.

 

Quelle:

NACOA Deutschland e. V. (2023): Kinder in belasteten Familien

Careum Forschung: „Young Carers in Europa“ (2019)

 

Fröhlich-Gildhoff, K. & Rönnau-Böse, M. (2011): Resilienzförderung in Familien mit besonderen Belastungen

Yes-Moments

 

„Yes-Moments“ sind Momente der inneren Zustimmung zu sich selbst – besonders dann, wenn man eigene Grenzen anerkennt und schützt, statt sich zu überfordern oder anzupassen.

 

Gerade neurodiverse Menschen (z. B. mit Autismus, ADHS oder sensorischer Empfindsamkeit) erleben im Alltag oft Druck, Erwartungen zu erfüllen, sich „funktional“ zu verhalten oder Bedürfnisse zu unterdrücken.


Ein „Yes-Moment“ bedeutet:


🟡 „Ich darf Nein sagen.“
🟡 „Ich muss nicht durchhalten.“
🟡 „Ich entscheide, was ich heute kann.“

 

Diese Zustimmung zu sich selbst fördert Selbstwirksamkeit, Autonomie und emotionale Stabilität – besonders bei Kindern, die gelernt haben, sich ständig anpassen zu müssen.

Yes-Moments sind kleine, stille Siege – und eine Form von Selbstschutz in einer oft reizintensiven Welt.

 

Quelle:

Hans Asperger Institut (2021): „Autismus & Selbstbestimmung“

 

Levine, P. A. (1997): „Somatic Experiencing – Trauma und Körper“

Bögels, S. (2020): „Achtsamkeit für Kinder mit ADHS und Autismus“

 

Yerkes-Dodson-Kurve

 

Die Yerkes-Dodson-Kurve beschreibt den Zusammenhang zwischen Erregung (Stressniveau) und Leistungsfähigkeit.
Sie zeigt:


📈 Ein mittleres Maß an Stress fördert Konzentration, Motivation und Leistungsbereitschaft.
📉 Zu wenig oder zu viel Stress dagegen verschlechtern die Leistung – etwa durch Langeweile, Angst, Überforderung oder Erschöpfung.

 

Besonders bei neurodiversen Menschen (z. B. mit Autismus, ADHS oder Hochsensibilität) kann diese Kurve individuell stark abweichen.


Was für manche aktivierend ist, kann für andere schnell zur Überstimulation führen.

 

Die Yerkes-Dodson-Kurve erinnert uns daran, dass Leistung keine lineare Sache ist – und dass Sicherheit, Pausen und Stressregulation entscheidend sind für gelingendes Lernen und Arbeiten.

 

Quelle:

Yerkes, R. M. & Dodson, J. D. (1908): “The relation of strength of stimulus to rapidity of habit formation”

 

Diamond, D. M. et al. (2007): “The temporal dynamics model of emotional memory processing”

 

Hölzel, B. K. (2019): Stress und Lernen – Spektrum.de

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.