Zwischen OP & Schulfrust –
eine Woche mit Stolpersteinen
Wir kämpfen weiter
Diese Woche hat für uns nicht gerade sanft begonnen. Schon am Montag und Dienstag war das Thema Schule wieder sehr präsent – und leider nicht im positiven Sinn.
Nachdem die Schule die regelmäßigen Reflexionsgespräche ja nur noch
„bei Bedarf“ führen möchte – mit der Begründung, unsere Tochter müsse lernen, ihre Probleme selbst zu klären –, erleben wir gerade einmal mehr, wie
falsch dieser Ansatz für sie ist. Denn ja, sie konnte früher vieles selbst klären.
Bis sie merkte, dass sie damit allein gelassen wird. Seitdem kommt sie zu uns –
was wir ausdrücklich unterstützen. Denn: Um Hilfe zu bitten, ist keine Schwäche.
Es ist Stärke.
Leider fährt die Lehrerin aktuell die Linie: „Du musst das selbst klären.“ Doch wie, wenn Sprache oft nicht reicht? Wenn andere Kinder bewusst provozieren, mobben, körperlich angreifen – und unser Kind daran zu zerbrechen droht?
Sie ist Autistin. Sie nimmt Dinge tief in sich auf. Und sie kommt – wieder einmal – nicht weiter. Und wieder einmal scheint niemand hinzusehen.
Wir sind erschöpft. Wütend. Enttäuscht. Von einem System, das ständig von Inklusion spricht – und sie im Alltag doch verweigert. Von einer Lehrerin, die wir lange geschätzt haben – und die nun die Verantwortung abgibt. Wir werden das ansprechen. Und laut werden. Auch wenn es unbequem ist.
Und dann kam gestern, am Mittwoch, auch noch meine OP dazu. Für mich persönlich ein zentrales Ereignis in dieser Woche – körperlich wie emotional. Ich bin dankbar, dass ich nicht im Krankenhaus bleiben musste und dass unsere Maus das Ganze erstaunlich gut verarbeitet hat. Vermutlich, weil wir sie gut vorbereitet haben – und weil Oma und Opa für sie da waren. Die beiden sind extra aus der Ferne angereist, um sie zu begleiten. Dafür bin ich sehr dankbar.
Leider endete die bisherige Woche mit einer weiteren Enttäuschung:
Die angefragte alternative Schule, von der wir uns viel versprochen hatten, hat uns eine Absage erteilt – zumindest für einen Wechsel zur 4. Klasse. Eine weitere Option bleibt noch. Aber wir wissen: Wenn die nicht passt, wird es eng. Sehr eng.
Und über allem hängt noch die ausstehende Rückmeldung der Jugendhilfe. Ohne die offizielle Absage können wir keinen Widerspruch einlegen – und ohne Widerspruch keine Autismustherapie, keine Schulbegleitung. Alles stockt.
Es ist zum Mäusemelken.
Wir kämpfen. Und kämpfen.
Aber wir kommen kaum voran.
Und doch: Aufgeben ist immer noch keine Option. Niemals.


