Reflexion. Wieder – oder jetzt nur noch bei Bedarf.

 

Gestern fand wieder eines dieser Gespräche statt, die 

man Reflexionsgespräche nennt. Gespräche, die Raum 

schaffen sollen – für Austausch, Verständnis, Zusammenarbeit.

Für uns waren sie über viele Monate ein wichtiges Mittel, um 

gemeinsam mit der Schule und der Schulsozialarbeit das zu 

sortieren, was im Alltag oft zu schnell passiert, zu laut wird oder 

untergeht.

 

Wir haben dafür lange gekämpft. Denn nach dem Sommer, 

nach der Akutsituation – nach dem Moment, in dem unser Kind mit sieben Jahren sagte, es wolle nicht mehr leben, weil es dem Mobbing nicht standhielt – war klar: So geht es nicht weiter. Es brauchte Gespräche. Sofort.

Und sie kamen. Endlich. Es wurde zugehört, Pläne wurden gemacht, Unterstützung auf den Weg gebracht. Die Schulsozialarbeiterin wurde ein wichtiger Anker für unser Kind. Und auch für uns.

 

Aber jetzt? Jetzt wurde uns gesagt: Die Reflexionsgespräche werden nur noch bei Bedarf stattfinden. Kein regelmäßiger Austausch mehr. Kein gemeinsamer Blick zurück. Nur noch dann, wenn etwas Konkretes ansteht.

Wir verstehen, dass Kapazitäten begrenzt sind. Und dennoch trifft es uns. Denn für uns war dieser Austausch kein Extra – sondern notwendig. Für unser Kind. Für uns. Für ein System, das unser Kind immer wieder anpassen will – statt sich auf ihre andere Wahrnehmung wirklich einzulassen. Trotz der vorliegenden Diagnose.

 

Als Mutter bin ich emotional. Wie könnte ich das nicht sein? Ich begleite mein Kind Tag für Tag durch eine Welt, die zu laut, zu schnell, zu wenig mitfühlend ist. Ich sitze in Gesprächen, in denen es um ihr innerstes Empfinden geht. Und ja – ich musste das eine oder andere Mal den Raum verlassen, weil ich es nicht mehr aushielt. Weil es wehtut, wenn über das eigene Kind geredet wird, als müsste es anders sein, um zu passen.

 

Wir haben oft das Gefühl: Wir sind zu viel. Unsere Mails zu lang. Unsere Gedanken zu direkt. Es entsteht ein Eindruck, als würden wir alles hinterfragen. Aber was wir wirklich tun, ist: Hinschauen. Hinhören. Mittragen.
Weil wir wissen, was auf dem Spiel steht.

 

Und vielleicht ist es nicht das System, das sich überfordert fühlt. Vielleicht sind es auch manchmal einzelne Menschen, die nicht gelernt haben, mit echter Beteiligung von Eltern umzugehen. Mit emotionalen Müttern. Mit Familien, die sich nicht damit abfinden, dass ihr Kind sich verbiegen muss.

 

Was wir uns wünschen?
Dass diese Gespräche weiterhin stattfinden – regelmäßig, offen, ehrlich. Nicht, weil wir es fordern. Sondern weil unser Kind es verdient.

Schweigen.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.