Nicht allein
Was eure Nachrichten in mir ausgelöst haben - und warum wir uns gegenseitig brauchen
Heute am späten Nachmittag habe ich meinen Aufruf veröffentlicht.
Ganz spontan. Ganz ehrlich.
Ich suche Interviewpartner*innen – Menschen, die mitten im Leben stehen, zwischen Diagnosen, Fragen, Systemkämpfen, Hoffnung und Erschöpfung. Menschen wie du. Menschen wie wir. Und was dann geschah, hat mich vollkommen überwältigt.
Nur kurze Zeit später erreichten mich bereits die ersten E-Mails. Dann immer mehr.
Jede einzelne davon voller Leben, voller Mut, voller Schmerz, voller Kraft.
Ich lese – und ich weine.
Ich komme ehrlich gesagt gerade nicht aus dem Heulen raus. Nicht, weil es zu viel ist. Sondern weil es so sehr berührt. So viele von euch beschreiben Wege, die wir selbst auch gehen und vermutlich gehen werden. Fragen, die wir uns auch stellen und gestellt haben. Grenzen, an denen wir ebenfalls standen und stehen.
Und diese stille, wuchtige Sehnsucht, einfach mal verstanden zu werden.
Ich finde mich in so vielen eurer Worte wieder – und zum ersten Mal seit Langem spüre ich ganz deutlich:
Wir sind nicht allein.
Da schreiben Mütter, Väter, Fachkräfte, Begleiter*innen. Menschen, die mehr tragen, als man sieht. Menschen, die in Systemen funktionieren sollen, die sie nie für sich gedacht haben. Menschen, die nicht aufgeben – nicht, weil sie so stark sind, sondern weil sie es müssen.
Ich danke euch von Herzen. Für euer Vertrauen. Für eure Offenheit. Für euer „Ich mach mit.“
Dieser Blog ist mein Versuch, nicht zu verstummen. Und heute fühlt es sich an, als würde er zu einem echten Ort werden. Ein Ort für euch. Für uns. Für all die Stimmen, die sonst überhört werden.
Lasst uns weitermachen.
Lasst uns Geschichten teilen.
Lasst uns einander halten – auch ohne uns zu kennen.
Danke.
Für jede einzelne Nachricht.
Für jede Geschichte.
Für dieses Gefühl:
Wir sind viele. Wir sind nicht falsch. Und wir sind ganz sicher nicht allein.


