Zwischen Kämpfen und Kraft –
Eine Woche, die Spuren hinterlässt
Die letzte Woche war viel. Vielleicht sogar zu viel. Ich merke, wie müde ich bin – körperlich, seelisch, tief innen.
Unsere Tochter musste eine Arbeit nachschreiben. In einem ihrer schwierigsten Fächer – unangekündigt. Ohne Vorbereitung. Die Folge: Überforderung, Tränen, stundenlange Nachwirkungen. Dann die Nachricht: Ergebnis nicht ausreichend. Sonderhausaufgaben als „Fördermaßnahme“.
Gleichzeitig kam die nächste Welle:
Autismustherapie? Abgelehnt.
Schulbegleitung? Abgelehnt.
Trotz Diagnose. Trotz Empfehlungen. Trotz allem. Und so standen wir wieder da – zwischen Papieren, Anträgen und dem Gefühl, dass sich niemand wirklich verantwortlich fühlt.
Als Eltern fühlen wir uns oft wie Bittsteller, dabei bitten wir nicht um Luxus. Wir kämpfen für Teilhabe. Für Würde. Für ein Leben, das nicht täglich neue Hürden baut. Und diese Woche?
Wir schreiben der Lehrerin, dass diese angebliche „zweite Chance“ keine echte war. Wir werden einen Antrag stellen, dass Klassenarbeiten künftig mindestens einen Tag vorher angekündigt werden – als Bestandteil im Nachteilsausgleich. Auch 2te Chancen, gerade die.
Unsere Tochter hat einen Zahnarzttermin: Ein Milchzahn muss raus, der Neue ist längst da. Und wir hoffen, dass die Erfahrung für sie aushaltbar wird.
Außerdem steht ein Termin an, der Hoffnung macht: Ein Gespräch mit einer weiterführenden Schule. Nicht Regel – sondern individuell. Nicht normierend – sondern begleitend.
Wir sind gespannt. Und vorsichtig hoffnungsvoll. Denn das normale Schulsystem funktioniert für uns nicht. Nicht mehr.
Ach, und da ist noch das heutige Gespräch mit der Schulsozialarbeiterin.
Danach wird es wieder einen Bericht geben. Und wir sollen nach Möglichkeit nicht darauf reagieren – um die Schule nicht zu „verunsichern“.
Vertrauen? Wie soll das gehen, wenn wir uns ständig erklären müssen – aber kaum gehört werden? Wir gehen weiter. Einen Schritt nach dem anderen. Für unsere Tochter. Für uns. Weil Aufgeben keine Option ist.


