Zwischen Zahnmut, Schulfragen und kleinen Kreativwundern - Unser Wochenrückblick mit Stolpern und Strahlen

Diese Woche war ein bunter Flickenteppich aus Herausforderungen, kleinen Siegen und vielen Gedankenschleifen. Es sind oft genau diese Wochen, in denen uns klar wird, wie eng Angst und Hoffnung, Erschöpfung und Stolz beieinanderliegen.

 

Den Anfang machte das Zahnziehen. Ein Termin, der im Vorfeld für ziemlich viel Bauchgrummeln sorgte – nicht nur bei unserer Tochter, sondern auch bei uns Eltern. Schmerzen, Kontrollverlust, die Angst vor dem Ungewissen – Themen, die für unsere Maus ohnehin schwer zu ertragen sind. Doch manchmal überrascht uns das Leben. Am Ende lief alles erstaunlich ruhig ab. Unsere Tochter war tapfer, klar, viel entspannter, als wir es erwartet hätten. Ein Moment, der uns einmal mehr gezeigt hat: Da steckt so viel Stärke in ihr. Mehr, als sie selbst oft fühlt. Und wir durften wieder einmal lernen, ihr mehr zuzutrauen.

 

Gleichzeitig beschäftigte uns weiter die große Frage nach dem richtigen Schulweg. Wir hatten diese Woche ein persönliches Gespräch und eine Besichtigung an einer alternativen Schule. Die Eindrücke waren offen, freundlich, anders – und trotzdem bleiben viele Fragezeichen. Im Juni darf unsere Tochter dort einen Probetag machen. Vielleicht bringt uns der ein bisschen mehr Klarheit. Im Moment schwanken wir zwischen Hoffnung und Unsicherheit. 

 

Wir spüren sehr genau: Jetzt ist der Moment, genau hinzusehen, bevor unser Kind erneut in Muster rutscht, die sie überfordern, ausbremsen, krank machen. Aber Entscheidungen wie diese sind schwer, vor allem, wenn der Blick in die Zukunft verschwommen bleibt.

 

Ein kleines Highlight – und für uns fast ein kleines Wunder – war die Projektwoche in ihrer aktuellen Schule. Das Thema: Kreativität. Eigentlich ihr Element. Und unseres (wir zwei Wassermänner eben).


Unsere Tochter entschied sich für ein Projekt in Gruppenarbeit – eine echte Herausforderung für sie. Gruppendynamik, Kompromisse, sich auf andere einlassen – Dinge, die ihr als Kind im Autismus-Spektrum schwerfallen. Auch diesmal gab es Meckern, Rückzug, Negativschleifen. Aber: Deutlich weniger als sonst.

 

Vielleicht lag es daran, dass die übliche Betreuung entfiel und sie dadurch weniger mit den bekannten Kontakt-Situationen konfrontiert war? Der Stresspegel war spürbar niedriger. Sie konnte sich mehr auf sich und das Kreative konzentrieren – und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen.


Das Schönste aber: Sie wirkte ruhig, zufrieden, bei sich.


Dass sie ihr Werk am Ende nicht mitnehmen darf, scheint sie gar nicht groß zu stören. Oder sagt sie es nur nicht? Wir wissen es nicht sicher. Aber ihr Verhalten war gelassener als sonst – und das nehmen wir als kleinen Schatz mit.

 

Jetzt schauen wir mit gemischten Gefühlen in die neue Woche. Der Alltag kehrt zurück, die übliche Klassenkonstellation auch. Ob sich etwas von dieser Leichtigkeit mitnehmen lässt? Wir werden sehen. Wir kämpfen weiter – und hoffen, dass diese Woche wenigstens ein bisschen ruhiger bleibt.

 

Ein kleiner Lichtblick: Oma und Opa kommem uns besuchen. Für unsere Tochter ist das immer etwas Besonderes, weil sie weiter weg wohnen und dadurch zu etwas Besonderem werden.

 

Allerdings wird unser Alltag durch meine anstehende OP ohnehin durcheinandergerüttelt. Und ab Montag meldet sich auch die Schulsozialarbeiterin zurück. Letzte Woche, während der Projektwoche, gab es keine Gespräche, keine Mails, keine Nervenstrapazen – ehrlich gesagt: Diese Pause tat gut.


Mal sehen, wie es weitergeht. Wir nehmen das Leichte mit und atmen durch für das, was kommt.

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