Wie schwer es manchmal ist, dazuzugehören.

Die leise Einsamkeit im Zusammenhang mit all dem.

 

In letzter Zeit wird mir immer bewusster, wie viele Ebenen es eigentlich sind, die gleichzeitig Raum einnehmen. Nach außen sieht vieles nach einem ganz normalen Alltag aus. Schule, Termine, ein bisschen Arbeit, hier und da ein Gespräch. Aber innerlich fühlt es sich oft ganz anders an.

 

Es ist dieses Gleichzeitige, das schwer greifbar ist. Der bevorstehende Schulwechsel, die Auseinandersetzungen auf verschiedenen Ebenen, der Weg durch Institutionen, der Kraft kostet, und parallel dazu die politische Arbeit, die ich nicht einfach ausblenden kann, weil sie mir wichtig ist. Und mittendrin der Versuch, für mein Kind da zu sein, den Alltag stabil zu halten, aufzufangen, zu erklären, zu begleiten.

 

Und dann ist da noch das, was mich selbst ausmacht. Meine Inhalte, meine Gedanken, das Schreiben. Die Texte, die irgendwo zwischen Blog, Beiträgen und einem Buch liegen, das ich vor fast einem Jahr begonnen habe und das seitdem immer wieder mitläuft. Nicht laut, nicht abgeschlossen – aber da. Ein Teil von mir, der versucht, all das irgendwie zu ordnen, verständlich zu machen, greifbar zu halten.

 

Gleichzeitig merke ich, wie viel Energie es kostet, soziale Kontakte überhaupt aufrechtzuerhalten. Nicht nur für mein Kind, sondern auch für mich selbst. Dieses Gefühl, ständig ein Stück hinterherlaufen zu müssen. Sich zu melden, nachzufragen, Verbindungen aktiv am Leben zu halten, während es auf der anderen Seite oft nicht in gleicher Weise passiert. Und dann trotzdem offen zu bleiben, verständnisvoll zu sein, Perspektiven mitzudenken, Eigenheiten anzunehmen. Aber das Eigene dabei nicht zu verlieren, ist schwer.

 

Denn während man versucht, andere mitzudenken, muss man sich selbst gleichzeitig auffangen. Die eigenen Grenzen spüren, die eigene Erschöpfung wahrnehmen, das, was sich manchmal einfach nur still anstaut.

 

Und genau in diesen Momenten wird etwas sehr klar: wie einsam es sich manchmal anfühlen kann.

 

Nicht, weil keine Menschen da sind. Sondern weil echte Verbindung so selten ist. Weil das, was oberflächlich noch funktioniert, oft brüchig wird, sobald es tiefer geht. Sobald Gespräche mehr Raum einnehmen. Sobald Themen nicht mehr leicht sind.

Ich begegne immer wieder Menschen, bei denen im ersten Moment Verständnis da ist. Offenheit, Interesse, vielleicht sogar echtes Zuhören. Aber je mehr man eintaucht, je mehr man sich zeigt, desto spürbarer wird, dass genau das auch anstrengend sein kann. Dass Kommunikation, die nicht einfach ist, Kraft kostet. Und dass nicht jeder bereit oder in der Lage ist, diese Kraft dauerhaft aufzubringen.

Und dann entstehen Abstände. Leise, oft ohne klare Worte.

 

Wenn ich das so erlebe, kann ich mein Kind noch einmal anders verstehen. Dieses Gefühl, nicht richtig anzukommen. Nicht dauerhaft gehalten zu werden in Kontakten. Immer wieder neu ansetzen zu müssen. Immer wieder erklären zu müssen, wer man ist und wie man funktioniert.

 

Es ist kein einzelnes Ereignis, das dieses Gefühl auslöst. Es ist die Summe aus vielen kleinen Erfahrungen.

 

Und vielleicht ist genau das der Punkt, der am meisten berührt: zu sehen, dass sich diese Einsamkeit nicht nur im eigenen Empfinden zeigt, sondern auch im Erleben des eigenen Kindes widerspiegelt.

 

Trotz allem gehen wir weiter. Nicht, weil es leicht ist, sondern weil es notwendig ist. Schritt für Schritt, mit allem, was dazugehört. Mit dem Versuch, Räume zu finden, die tragen. Menschen zu finden, die bleiben. Und Wege, die sich richtig anfühlen – auch wenn sie länger dauern.

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